Bergen
Bergen auf Rügen:
Das pulsierende Herz im grünen Zentrum
Während die meisten Besucher Rügens sofort an die weißen Kreidefelsen von Jasmund oder
die prächtige Bäderarchitektur von Binz und Sellin denken,
liegt im geografischen Zentrum der Insel Rügen ein Ort, der oft zu Unrecht im Schatten der Küstenorte steht: Bergen auf Rügen.
Wer die Insel wirklich verstehen will, muss hierher kommen. Die Stadt Bergen ist nicht nur die Verwaltungshauptstadt, sondern ein geschichtsträchtiger Knotenpunkt, der auf einer markanten Endmoräne thront und weite Ausblicke über das „Land im Meer“ bietet.
Eine Stadt auf dem Berg
Der Name ist Programm. Bergen liegt auf einer Hügelkette, die während der letzten Eiszeit geformt wurde. Der höchste Punkt der Stadt ist der Rugard. Mit 91 Metern über dem Meeresspiegel ist er zwar kein alpiner Riese, aber für Rügener Verhältnisse eine beeindruckende Erhebung. Auf dem Gipfel des Rugards steht der Ernst-Moritz-Arndt-Turm. Wer die Stufen erklimmt, wird mit einem Panorama belohnt, das seinesgleichen sucht. Bei klarer Sicht schweift der Blick über den Kleinen Jasmunder Bodden, die Kirchtürme von Stralsund bis hin zur offenen Ostsee. Hier oben spürt man, dass man sich im Zentrum eines riesigen Archipels befindet.Steinerne Zeugen der Geschichte
Das Prunkstück der Bergener Altstadt ist zweifellos die St.-Marien-Kirche. Sie wurde im Jahr 1168 begonnen, kurz nachdem die dänischen Eroberer die slawische Jaromarsburg am Kap Arkona gestürzt hatten. Damit ist sie die älteste Kirche Rügens und eines der bedeutendsten Bauwerke der Backsteingotik in Norddeutschland. Besonders faszinierend sind die mittelalterlichen Wandmalereien im Inneren und das kuriose Äußere. In die Außenwand ist ein slawischer „Bildstein“ eingemauert – ein steinernes Gesicht, das vermutlich einen Priester oder Gott der Ranen darstellt. Es ist ein stilles Zeugnis für den harten Übergang vom Heidentum zum Christentum auf der Insel Rügen.Das Leben abseits von Strandkorb und Seebrücke
Bergen versprüht einen ganz eigenen Charme. Während die Seebäder oft wie hochglanzpolierte Kulissen wirken, ist Bergen eine „echte“ Stadt. In den verwinkelten Gassen rund um den Marktplatz findet man liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser, kleine Handwerksbetriebe und das Klosterhof-Ensemble.Der Klosterhof, einst ein Zisterzienser-Nonnenkloster, beherbergt heute das Stadtmuseum. Hier kann man tief in die Archäologie und Volkskunde Rügens eintauchen. Es ist ein Ort der Ruhe, an dem die Zeit langsamer zu fließen scheint als auf der belebten Strandpromenade von Binz.
Natur und Freizeit direkt vor der Haustür
Für Aktivurlauber bietet Bergen mehr, als man auf den ersten Blick vermutet.Der Rugard-Wald:
Ein weitläufiges Wander- und Erholungsgebiet direkt am Stadtrand.
Die Inselrodelbahn:
Eine Ganzjahresrodelbahn, die besonders bei Familien beliebt ist und Nervenkitzel inmitten der Natur bietet.
Radwanderungen:
Von Bergen aus führen sternförmig Radwege in alle Himmelsrichtungen – ideal, um die weniger bekannten Ecken der Insel zu erkunden.






